Vorab: Dies ist keine medizinische Beratung
Gesundheitsempfehlungen werden von den Behörden regelmäßig aktualisiert. Nutzen Sie diese Seite, um die richtigen Fragen vorzubereiten, und folgen Sie dann dem Rat Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes.

Gibt es Pflichtimpfungen für Thailand?
Wer direkt aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz einreist, braucht für Thailand keine Impfung. Die einzige formale Vorschrift betrifft Gelbfieber: Ein Impfnachweis wird nur verlangt, wenn Sie aus einem Land mit Gelbfieber-Übertragungsrisiko einreisen oder dort im Transit waren, vor allem Teile Afrikas südlich der Sahara und Südamerikas.
Welche Impfungen werden für Thailand empfohlen?
Entscheidend sind Reisedauer, Regionen und Aktivitäten. Zwei Wochen Bangkok und Strand sind etwas anderes als drei Monate mit dem Fahrrad durch den ländlichen Isan.
| Impfung | Für wen | Empfehlungsgrad |
|---|---|---|
| Standardimpfungen (Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Polio, Masern, Mumps, Röteln) | Alle Reisenden | Auffrischen, falls nötig |
| Hepatitis A | Alle Reisenden | Empfohlen |
| Hepatitis B | Längere Aufenthalte, Vielreisende, mögliche medizinische Behandlung oder sexuelle Kontakte | In vielen Fällen empfohlen |
| Typhus | Längere Aufenthalte, ländliche Gebiete, einfache hygienische Bedingungen | Zu besprechen |
| Japanische Enzephalitis | Lange oder wiederholte Aufenthalte auf dem Land, nahe Reisfeldern und Schweinehaltung | Individuell mit dem Arzt |
| Tollwut (präexpositionell) | Langzeitreisende, ländliche Reisen, Radfahrer, Tierkontakt, Kinder | Individuell mit dem Arzt |
| Gelbfieber | Nur bei Einreise oder Transit aus einem Risikoland | Dann Nachweis vorgeschrieben |
Manche Impfungen brauchen mehrere Dosen im Abstand von Wochen, deshalb ist ein Termin 4 bis 6 Wochen vor Abreise ideal. Auch bei kurzfristiger Abreise lohnt sich die Beratung: Oft sind Schnellschemata oder eine Einzeldosis möglich.
Kurze klassische Reise
Die meistenZwei bis drei Wochen Bangkok, Chiang Mai und Inseln. Standardimpfungen und Hepatitis A sind die Basis, Hepatitis B kommt häufig hinzu.
Lange oder ländliche Reise
Arzt fragenMehrere Monate, abgelegene Dörfer, Trekking oder Freiwilligenarbeit. Dann sollten Typhus, Japanische Enzephalitis und Tollwut ernsthaft besprochen werden.
Familien mit Kindern
Besondere VorsichtKinder fassen Tiere eher an und melden Bisse oder Kratzer seltener. Bei längeren Reisen wird für sie oft eine Tollwutimpfung erwogen. Mehr Tipps in unserem Ratgeber Thailand mit Kindern.

Malaria in Thailand: Braucht man eine Prophylaxe?
In den Orten, die die meisten Reisenden besuchen, ist das Malariarisiko sehr gering. Bangkok, die Städte Chiang Mai und Chiang Rai, Phuket, Koh Samui, Koh Phangan, Koh Tao, Krabi, Koh Lanta, Pattaya und Hua Hin gelten als Gebiete mit geringem oder minimalem Risiko.
Die verbleibende Übertragung konzentriert sich auf bewaldete, ländliche Grenzregionen, vor allem an den Grenzen zu Myanmar und Kambodscha, in geringerem Maß zu Laos. Wer dort im Wald übernachtet, etwa bei langen Dschungeltreks oder Feldarbeit, ist stärker gefährdet.
- Für klassische Touristenrouten wird eine medikamentöse Malariaprophylaxe meist nicht empfohlen
- Die Entscheidung trifft Ihr Arzt anhand von genauer Route, Jahreszeit und Aktivitäten
- Fieber während der Reise oder bis drei Monate danach immer rasch abklären lassen und die Thailandreise erwähnen
Dengue in Thailand und Mückenschutz
Dengue ist die durch Mücken übertragene Krankheit, der Sie in Thailand am ehesten begegnen. Sie kommt im ganzen Land vor, auch in Bangkok und auf den Inseln, mit Spitzen meist in der Regenzeit, etwa von Mai bis Oktober. Die übertragenden Mücken stechen vor allem tagsüber, nicht nur in der Dämmerung.
Eine Dengue-Impfung gehört nicht zur Routine für Reisende. In einigen Ländern ist ein Impfstoff zugelassen, er ist aber für bestimmte Fälle gedacht, oft für Menschen, die schon einmal Dengue hatten. Fragen Sie in der reisemedizinischen Beratung, ob das für Sie in Frage kommt.
- Wirksames Repellent mit DEET, Icaridin oder IR3535 verwenden und laut Anleitung erneuern
- Morgens und am späten Nachmittag leichte, lange Kleidung tragen
- Zimmer mit Klimaanlage oder intakten Fliegengittern wählen, in einfachen Unterkünften unter Moskitonetz schlafen
- Erst Sonnencreme auftragen, dann Mückenschutz
- Bei hohem Fieber mit Kopf-, Augen- oder Gliederschmerzen zum Arzt gehen und Ibuprofen sowie Aspirin meiden, bis Dengue ausgeschlossen ist
Tollwut, Hunde und Affen
Tollwut kommt in Thailand vor, übertragen vor allem durch streunende Hunde, aber auch durch Katzen und Affen. Makaken an Tempeln wie in Lopburi oder an Aussichtspunkten und Stränden beißen oder kratzen, wenn sie Futter erwarten.
- Affen nicht füttern oder streicheln, Essen und Plastiktüten nicht offen tragen
- Schlafenden oder fressenden Hunden nicht nähern, besonders nachts
- Nicht abwarten, ob das Tier krank wirkt, bevor Sie Hilfe suchen
Essen und Trinkwasser: Was ist sicher?
Leitungswasser gilt in Thailand für Reisende nicht als Trinkwasser. Wasser in Flaschen ist günstig und überall erhältlich, viele Hotels bieten kostenlose Nachfüllstationen mit gefiltertem Wasser. Zähneputzen mit Leitungswasser ist in der Regel unproblematisch.
Eis in Restaurants, Cafés und an Straßenständen wird meist industriell aus aufbereitetem Wasser hergestellt und ist unbedenklich; typisch sind Zylinder mit Loch in der Mitte. Streetfood gehört zu den Höhepunkten Thailands und ist selten das Problem, das viele befürchten.
- Gut besuchte Stände wählen, an denen frisch vor Ihnen gekocht wird
- Heiß servierte Gerichte und selbst geschältes Obst bevorzugen
- Bei Meeresfrüchten, die in der Hitze liegen, und bei Rohkost in sehr einfachen Garküchen vorsichtiger sein
- Vor dem Essen Hände waschen oder desinfizieren
- Elektrolytpulver einpacken: das wichtigste Mittel bei Reisedurchfall
Die echten Risiken: Roller, Hitze und Meer
Tropenkrankheiten bekommen die meiste Aufmerksamkeit, doch die meisten Reisenden landen in Thailand wegen Verkehrsunfällen, Hitze oder dem Meer im Krankenhaus.
Rollerunfälle
Risiko Nr. 1Die größte reale Gefahr. Thailands Straßen gehören zu den gefährlichsten der Welt, und wer ohne Helm oder gültigen Motorradführerschein fährt, riskiert zudem den Versicherungsschutz. Wenn Sie fahren: Helm tragen, Motorradführerschein plus Internationaler Führerschein.
Hitze und Sonne
HäufigHitzeerschöpfung und starker Sonnenbrand sind häufig, besonders von März bis Mai. Regelmäßig trinken, Elektrolyte ergänzen, Mittagssonne meiden und hohen Lichtschutzfaktor verwenden.
Brandungsrückströmungen
SaisonalWährend des Monsuns, etwa Mai bis Oktober, gibt es an der Andamanenküste (Phuket, Khao Lak, Krabi) hohe Wellen und gefährliche Strömungen. Rote Flaggen beachten und nur an bewachten Stränden schwimmen.
Quallen
SaisonalWürfelquallen treten zu bestimmten Zeiten auf, vor allem im Golf von Thailand um Koh Samui und Koh Phangan und an einigen Andamanen-Stränden. Manche Strände haben Essigstationen: Essig über die Nesselstelle gießen und ärztliche Hilfe holen.
Krankenhäuser, Apotheken und Reiseapotheke
Privatkliniken in Bangkok, Phuket, Koh Samui und Chiang Mai bieten ein ausgezeichnetes Niveau, englischsprachiges Personal und kurze Wartezeiten, sind aber teuer und verlangen oft eine Kostenzusage vor der Behandlung. Auf kleinen Inseln ist die Versorgung einfach, schwere Fälle werden per Boot oder Flugzeug verlegt. Eine gute Auslandskrankenversicherung mit Rücktransport ist daher unverzichtbar; worauf es ankommt, lesen Sie in unserem Ratgeber zur Reiseversicherung.
Apotheken gibt es in Städten und Touristenorten an jeder Ecke, oft wird etwas Englisch gesprochen. Viele Medikamente sind rezeptfrei, dennoch sollten Sie Ihre Dauermedikation in ausreichender Menge mit Rezept oder ärztlicher Bescheinigung im Handgepäck mitnehmen. Für den Rest des Gepäcks erstellen Sie eine Packliste für Ihre Thailandreise.
- Persönliche Medikamente für die ganze Reise plus Kopie des Rezepts
- Mückenschutz und Gel gegen Stiche
- Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor
- Elektrolytpulver
- Paracetamol (solange Dengue möglich ist, besser als Ibuprofen)
- Mittel gegen Durchfall nach ärztlicher Empfehlung
- Desinfektionsmittel, Pflaster, sterile Kompressen und Blasenpflaster
- Handdesinfektion und Fieberthermometer
- Versicherungsdaten und Notrufnummer der Assistance
Von Kylian Dev