Gesundheit unterwegs

Thailand Impfungen: Was Sie wirklich brauchen, inklusive Malaria und Dengue

Thailand gehört zu den Ländern Asiens, in denen man am leichtesten gesund bleibt, wenn man ein paar Vorkehrungen trifft. Dieser Ratgeber erklärt Impfungen, Malaria, Dengue, Essen und Trinkwasser und die Risiken, die Reisende tatsächlich ins Krankenhaus bringen.

Kylian DevVon Kylian Dev

  • Keine Pflichtimpfung ab Europa
  • Realistisches Malaria- und Dengue-Risiko
  • Checkliste für die Reiseapotheke

Die kurze Antwort

Für die Einreise nach Thailand aus Europa ist keine Impfung vorgeschrieben; ein Gelbfieber-Nachweis ist nur nötig, wenn Sie aus einem Gelbfieber-Risikoland kommen oder dort im Transit waren. Standardimpfungen und Hepatitis A werden allen empfohlen, Hepatitis B, Typhus, Japanische Enzephalitis und Tollwut kommen bei längeren oder ländlichen Reisen in Betracht. Das Malariarisiko ist in den Touristengebieten sehr gering, eine Chemoprophylaxe wird für klassische Routen meist nicht empfohlen, Dengue kommt aber landesweit vor. Lassen Sie sich idealerweise 4 bis 6 Wochen vor Abreise reisemedizinisch beraten.

Vorab: Dies ist keine medizinische Beratung

Gesundheitsempfehlungen werden von den Behörden regelmäßig aktualisiert. Nutzen Sie diese Seite, um die richtigen Fragen vorzubereiten, und folgen Sie dann dem Rat Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes.

Koh Kood
Koh Kood

Gibt es Pflichtimpfungen für Thailand?

Wer direkt aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz einreist, braucht für Thailand keine Impfung. Die einzige formale Vorschrift betrifft Gelbfieber: Ein Impfnachweis wird nur verlangt, wenn Sie aus einem Land mit Gelbfieber-Übertragungsrisiko einreisen oder dort im Transit waren, vor allem Teile Afrikas südlich der Sahara und Südamerikas.

Welche Impfungen werden für Thailand empfohlen?

Entscheidend sind Reisedauer, Regionen und Aktivitäten. Zwei Wochen Bangkok und Strand sind etwas anderes als drei Monate mit dem Fahrrad durch den ländlichen Isan.

ImpfungFür wenEmpfehlungsgrad
Standardimpfungen (Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Polio, Masern, Mumps, Röteln)Alle ReisendenAuffrischen, falls nötig
Hepatitis AAlle ReisendenEmpfohlen
Hepatitis BLängere Aufenthalte, Vielreisende, mögliche medizinische Behandlung oder sexuelle KontakteIn vielen Fällen empfohlen
TyphusLängere Aufenthalte, ländliche Gebiete, einfache hygienische BedingungenZu besprechen
Japanische EnzephalitisLange oder wiederholte Aufenthalte auf dem Land, nahe Reisfeldern und SchweinehaltungIndividuell mit dem Arzt
Tollwut (präexpositionell)Langzeitreisende, ländliche Reisen, Radfahrer, Tierkontakt, KinderIndividuell mit dem Arzt
GelbfieberNur bei Einreise oder Transit aus einem RisikolandDann Nachweis vorgeschrieben

Manche Impfungen brauchen mehrere Dosen im Abstand von Wochen, deshalb ist ein Termin 4 bis 6 Wochen vor Abreise ideal. Auch bei kurzfristiger Abreise lohnt sich die Beratung: Oft sind Schnellschemata oder eine Einzeldosis möglich.

Kurze klassische Reise

Die meisten

Zwei bis drei Wochen Bangkok, Chiang Mai und Inseln. Standardimpfungen und Hepatitis A sind die Basis, Hepatitis B kommt häufig hinzu.

Lange oder ländliche Reise

Arzt fragen

Mehrere Monate, abgelegene Dörfer, Trekking oder Freiwilligenarbeit. Dann sollten Typhus, Japanische Enzephalitis und Tollwut ernsthaft besprochen werden.

Familien mit Kindern

Besondere Vorsicht

Kinder fassen Tiere eher an und melden Bisse oder Kratzer seltener. Bei längeren Reisen wird für sie oft eine Tollwutimpfung erwogen. Mehr Tipps in unserem Ratgeber Thailand mit Kindern.

Koh Samui
Koh Samui

Malaria in Thailand: Braucht man eine Prophylaxe?

In den Orten, die die meisten Reisenden besuchen, ist das Malariarisiko sehr gering. Bangkok, die Städte Chiang Mai und Chiang Rai, Phuket, Koh Samui, Koh Phangan, Koh Tao, Krabi, Koh Lanta, Pattaya und Hua Hin gelten als Gebiete mit geringem oder minimalem Risiko.

Die verbleibende Übertragung konzentriert sich auf bewaldete, ländliche Grenzregionen, vor allem an den Grenzen zu Myanmar und Kambodscha, in geringerem Maß zu Laos. Wer dort im Wald übernachtet, etwa bei langen Dschungeltreks oder Feldarbeit, ist stärker gefährdet.

  • Für klassische Touristenrouten wird eine medikamentöse Malariaprophylaxe meist nicht empfohlen
  • Die Entscheidung trifft Ihr Arzt anhand von genauer Route, Jahreszeit und Aktivitäten
  • Fieber während der Reise oder bis drei Monate danach immer rasch abklären lassen und die Thailandreise erwähnen

Dengue in Thailand und Mückenschutz

Dengue ist die durch Mücken übertragene Krankheit, der Sie in Thailand am ehesten begegnen. Sie kommt im ganzen Land vor, auch in Bangkok und auf den Inseln, mit Spitzen meist in der Regenzeit, etwa von Mai bis Oktober. Die übertragenden Mücken stechen vor allem tagsüber, nicht nur in der Dämmerung.

Eine Dengue-Impfung gehört nicht zur Routine für Reisende. In einigen Ländern ist ein Impfstoff zugelassen, er ist aber für bestimmte Fälle gedacht, oft für Menschen, die schon einmal Dengue hatten. Fragen Sie in der reisemedizinischen Beratung, ob das für Sie in Frage kommt.

  • Wirksames Repellent mit DEET, Icaridin oder IR3535 verwenden und laut Anleitung erneuern
  • Morgens und am späten Nachmittag leichte, lange Kleidung tragen
  • Zimmer mit Klimaanlage oder intakten Fliegengittern wählen, in einfachen Unterkünften unter Moskitonetz schlafen
  • Erst Sonnencreme auftragen, dann Mückenschutz
  • Bei hohem Fieber mit Kopf-, Augen- oder Gliederschmerzen zum Arzt gehen und Ibuprofen sowie Aspirin meiden, bis Dengue ausgeschlossen ist

Tollwut, Hunde und Affen

Tollwut kommt in Thailand vor, übertragen vor allem durch streunende Hunde, aber auch durch Katzen und Affen. Makaken an Tempeln wie in Lopburi oder an Aussichtspunkten und Stränden beißen oder kratzen, wenn sie Futter erwarten.

  • Affen nicht füttern oder streicheln, Essen und Plastiktüten nicht offen tragen
  • Schlafenden oder fressenden Hunden nicht nähern, besonders nachts
  • Nicht abwarten, ob das Tier krank wirkt, bevor Sie Hilfe suchen

Essen und Trinkwasser: Was ist sicher?

Leitungswasser gilt in Thailand für Reisende nicht als Trinkwasser. Wasser in Flaschen ist günstig und überall erhältlich, viele Hotels bieten kostenlose Nachfüllstationen mit gefiltertem Wasser. Zähneputzen mit Leitungswasser ist in der Regel unproblematisch.

Eis in Restaurants, Cafés und an Straßenständen wird meist industriell aus aufbereitetem Wasser hergestellt und ist unbedenklich; typisch sind Zylinder mit Loch in der Mitte. Streetfood gehört zu den Höhepunkten Thailands und ist selten das Problem, das viele befürchten.

  • Gut besuchte Stände wählen, an denen frisch vor Ihnen gekocht wird
  • Heiß servierte Gerichte und selbst geschältes Obst bevorzugen
  • Bei Meeresfrüchten, die in der Hitze liegen, und bei Rohkost in sehr einfachen Garküchen vorsichtiger sein
  • Vor dem Essen Hände waschen oder desinfizieren
  • Elektrolytpulver einpacken: das wichtigste Mittel bei Reisedurchfall

Die echten Risiken: Roller, Hitze und Meer

Tropenkrankheiten bekommen die meiste Aufmerksamkeit, doch die meisten Reisenden landen in Thailand wegen Verkehrsunfällen, Hitze oder dem Meer im Krankenhaus.

Rollerunfälle

Risiko Nr. 1

Die größte reale Gefahr. Thailands Straßen gehören zu den gefährlichsten der Welt, und wer ohne Helm oder gültigen Motorradführerschein fährt, riskiert zudem den Versicherungsschutz. Wenn Sie fahren: Helm tragen, Motorradführerschein plus Internationaler Führerschein.

Hitze und Sonne

Häufig

Hitzeerschöpfung und starker Sonnenbrand sind häufig, besonders von März bis Mai. Regelmäßig trinken, Elektrolyte ergänzen, Mittagssonne meiden und hohen Lichtschutzfaktor verwenden.

Brandungsrückströmungen

Saisonal

Während des Monsuns, etwa Mai bis Oktober, gibt es an der Andamanenküste (Phuket, Khao Lak, Krabi) hohe Wellen und gefährliche Strömungen. Rote Flaggen beachten und nur an bewachten Stränden schwimmen.

Quallen

Saisonal

Würfelquallen treten zu bestimmten Zeiten auf, vor allem im Golf von Thailand um Koh Samui und Koh Phangan und an einigen Andamanen-Stränden. Manche Strände haben Essigstationen: Essig über die Nesselstelle gießen und ärztliche Hilfe holen.

Krankenhäuser, Apotheken und Reiseapotheke

Privatkliniken in Bangkok, Phuket, Koh Samui und Chiang Mai bieten ein ausgezeichnetes Niveau, englischsprachiges Personal und kurze Wartezeiten, sind aber teuer und verlangen oft eine Kostenzusage vor der Behandlung. Auf kleinen Inseln ist die Versorgung einfach, schwere Fälle werden per Boot oder Flugzeug verlegt. Eine gute Auslandskrankenversicherung mit Rücktransport ist daher unverzichtbar; worauf es ankommt, lesen Sie in unserem Ratgeber zur Reiseversicherung.

Apotheken gibt es in Städten und Touristenorten an jeder Ecke, oft wird etwas Englisch gesprochen. Viele Medikamente sind rezeptfrei, dennoch sollten Sie Ihre Dauermedikation in ausreichender Menge mit Rezept oder ärztlicher Bescheinigung im Handgepäck mitnehmen. Für den Rest des Gepäcks erstellen Sie eine Packliste für Ihre Thailandreise.

  • Persönliche Medikamente für die ganze Reise plus Kopie des Rezepts
  • Mückenschutz und Gel gegen Stiche
  • Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor
  • Elektrolytpulver
  • Paracetamol (solange Dengue möglich ist, besser als Ibuprofen)
  • Mittel gegen Durchfall nach ärztlicher Empfehlung
  • Desinfektionsmittel, Pflaster, sterile Kompressen und Blasenpflaster
  • Handdesinfektion und Fieberthermometer
  • Versicherungsdaten und Notrufnummer der Assistance
Meine Route erstellenMachen Sie aus dem Gelesenen eine Route, Tag für Tag.

FAQ

Ihre Fragen

Welche Impfungen braucht man für Thailand?

Vorgeschrieben ist bei Einreise aus Europa keine Impfung. Ein Gelbfieber-Nachweis ist nur bei Einreise oder Transit aus einem Risikoland nötig. Standardimpfungen und Hepatitis A werden allen empfohlen, weitere hängen von Ihrer Reise ab.

Braucht man für Thailand eine Malariaprophylaxe?

Für klassische Routen mit Bangkok, Chiang Mai, den Inseln und großen Stränden wird eine Prophylaxe meist nicht empfohlen, da das Risiko sehr gering ist. Malaria kommt vor allem in bewaldeten Grenzgebieten vor. Die Entscheidung trifft Ihr Arzt anhand der genauen Route.

Gibt es eine Dengue-Impfung für Thailand-Reisende?

Eine Routineimpfung gegen Dengue für Reisende gibt es nicht. Ein Impfstoff ist in einigen Ländern zugelassen, wird aber nur in bestimmten Fällen eingesetzt, oft nach einer früheren Dengue-Infektion. Konsequenter Mückenschutz tagsüber bleibt der wichtigste Schutz.

Kann man in Thailand Eiswürfel essen?

In der Regel ja. Eis in Restaurants, Cafés und an den meisten Ständen stammt aus Fabriken mit aufbereitetem Wasser. Leitungswasser sollten Sie dagegen nicht trinken.

Wann sollte ich mich vor einer Thailandreise impfen lassen?

Idealerweise 4 bis 6 Wochen vor Abreise, da einige Impfungen mehrere Dosen erfordern. Auch kurzfristig lohnt sich die Beratung, weil Schnellschemata oder Einzeldosen oft bereits schützen.

Was tun nach einem Hunde- oder Affenbiss in Thailand?

Wunde rund 15 Minuten mit Seife und fließendem Wasser auswaschen, desinfizieren und noch am selben Tag ein Krankenhaus für die Tollwut-Postexpositionsprophylaxe aufsuchen. Das gilt auch, wenn Sie vorher geimpft wurden.

Wie gut sind Krankenhäuser in Thailand?

Privatkliniken in Bangkok, Phuket, Koh Samui und Chiang Mai sind sehr gut, aber teuer. Staatliche Krankenhäuser sind deutlich günstiger, jedoch voller und weniger auf Ausländer eingestellt. Eine Auslandskrankenversicherung mit Rücktransport ist dringend zu empfehlen.

Welche Impfungen werden für Thailand empfohlen?

Das Auswärtige Amt rät, die Standardimpfungen nach dem STIKO-Impfkalender zu prüfen. Nach individueller Indikation nennt das Auswärtige Amt unter anderem Hepatitis B, Tollwut, Japanische Enzephalitis, Typhus, Dengue und Chikungunya; Hepatitis A wird zudem häufig von Reisemedizinern empfohlen. Welche davon für Sie sinnvoll sind, hängt von Reisedauer, Route und Aktivitäten ab: Lassen Sie sich von einer reisemedizinischen Beratungsstelle oder Ihrer Ärztin beraten.

Ist die Gelbfieberimpfung für Thailand Pflicht?

Nur in einem Fall: Bei Einreise aus einem Gelbfiebergebiet oder nach einem Transitaufenthalt von mehr als 12 Stunden in einem solchen Gebiet müssen alle Personen ab neun Monaten eine Gelbfieberimpfung nachweisen. Bei direkter Einreise aus Deutschland ist sie nicht erforderlich.

Brauche ich eine Tollwutimpfung für Thailand?

Tollwut kommt in Thailand bei Hunden, Katzen und Affen vor. Eine vorbeugende Impfung ist vor allem bei längeren Reisen, Reisen abseits größerer Städte, Kontakt mit Tieren oder bei Kindern sinnvoll. Nach einem Biss oder Kratzer ist in jedem Fall sofort ärztliche Behandlung nötig, auch mit Vorimpfung.

Ist eine Impfung gegen Japanische Enzephalitis nötig?

Die Japanische Enzephalitis wird von Mücken übertragen, vor allem in ländlichen Gegenden mit Reisfeldern und Schweinehaltung. Empfohlen wird die Impfung meist bei längeren Aufenthalten oder Reisen in ländliche Gebiete, besonders in der Regenzeit. Für kurze Städte- und Strandreisen ist sie oft nicht nötig, entscheiden Sie mit Ihrer Ärztin.

Sollte ich mich gegen Hepatitis A und B impfen lassen?

Hepatitis A wird über verunreinigte Lebensmittel und Wasser übertragen und gehört zu den häufig empfohlenen Reiseimpfungen. Hepatitis B wird über Blut und Körperflüssigkeiten übertragen und ist in Deutschland ohnehin Teil der Standardimpfungen; bei Langzeitaufenthalten, medizinischen Eingriffen oder engem Kontakt mit Einheimischen ist der Schutz besonders wichtig.